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Sind wir von Natur aus Fleischesser?

Ist Vegetariertum  ein neuer Begriff?

“Ich habe Dir alle samentragende Kräuter gegeben, die auf der Erde sind, und alle früchtetragenden und samenspendenden Bäume sollen Deine Nahrung sein.”

Genesis 1/29

Wie wir wissen, ist Vegetariertum kein neuer Begriff. Er hat seit Beginn aller Zeiten existiert. Viele Nationen, vor allem im Osten, haben für Jahrhunderte von vegetarischer Ernährung gelebt. Die großen Lehrer verschiedener Religionen sprachen von der Gewaltsamkeit jedes Tötens. Der Gier, die das Schlachten von Tieren verlangt, darf nicht nachgegeben werden. Wann und warum begannen wir also, Fleisch zu essen?

Während der Eiszeit und anderer klimatischer Katastrophen wurde die Hauptessensquelle des Menschen zerstört, und er war gezwungen, sich nach einer anderen umzusehen. Er hatte keine andere Überlebenschance, als Fleisch zu essen. Danach blieben dieser Brauch und diese Unersättlichkeit erhalten, auch als die Not die Menschen nicht mehr dazu zwang. Es ist interessant, daß die Essensgebräuche der Völker verschiedene, sehr prägnante Stadien durchlaufen.

Wenn eine Nation um ihr Wachstum kämpft und ihre Einwohner arm sind, ist die Nahrung gewöhnlich genügsam und besteht hauptsächlich aus Pflanzen. Wenn der Wohlstand ansteigt, steigt der Verbrauch von tierischer Nahrung und Wein. Danach setzen Zügellosigkeit und Abbau ein.

Heutzutage gibt es für den Menschen viele Gründe, vegetarisch zu leben: religiöse Gründe, Sorgen hinsichtlich chemischer Dünge- oder Schädlingsbekämpfungsmittel, ein natürliches Leben, Tierliebe u.s.w. Es gibt heute drei verschiedene Arten von Vegetariern. Die ‘Ovo-Lakto-Vegetarier’, die, wie schon der Name sagt, Milchprodukte und Eier in ihre Ernährung einschließen. Sie essen jedoch kein Fleisch, keine Hühner, Fische und Meeresfrüchte. Die ‘Lakto-Vegetarier’ essen auch Milchprodukte.

‘Reine Vegetarier’ sehen aus Gesundheitsgründen von der Verwendung aller Nahrung tierischen Ursprungs ab. Veganer essen ebenfalls keine Nahrung tierischen Ursprungs, aber sie tun dies mehr aus philosophischen als aus Gesundheitsgründen. Sie versuchen auch, den Gebrauch anderer tierischer Produkte, wie zum Beispiel Leder, zu vermeiden, denn das würde das Töten eines Tieres erfordern.

Vom Anbeginn aufgezeichneter Geschichte haben Menschen aus diesen und jenen Gründen eine vegetarische Lebensweise befolgt. Obwohl, besonders bei den Armen, oft aus einer Notlage heraus vegetarisch gelebt wurde, sind die gesundheitlichen Vorteile offensichtlich, wenn genügend Nahrung zur Verfügung steht. Land zu bebauen, um Korn reifen zu lassen, das die Menschen direkt essen können, ist wirksamer, als Futter für Tiere anzubauen, das seinerseits nur ‘secondhand’ Nahrung wird.

Das heutige wiederbelebte Interesse an dieser Art zu leben, die wachsende Notwendigkeit, vegetarische über normale Diät zu stellen, ihre offenbar vortreffliche Eignung, große, unterentwickelte Völker mit billiger Nahrung zu versorgen, sollte uns dazu Ursache geben, die Vorteile einer fleischlosen Kost ernsthaft in Betracht zu ziehen.

Die meisten Menschen würden bei der Vorstellung, ein Tier zu töten und zu essen, magenkrank werden. Sogar die wenigen sadistischen Menschen, denen ein solcher Gedanke und eine solche Handlung gefallen könnten, folgen dabei nicht ihren Instinkten, sondern einer konditionierten, bei der Geburt nicht vorhandenen Einstellung, die im Laufe des Lebens sorgfältig gelernt wurde. Andererseits macht eine Schale mit Weintrauben, Kirschen oder Pfirsichen jedem den Mund wäßrig. Sogar die Vorstellung, sie frisch vom Baum zu pflücken und zu essen, würde keine unerfreulichen oder widerwärtigen Laute, Ansichten, Gerüche oder Gedanken hervorrufen.

Jede Kreatur muß essen, und ihre Verdauungsmaschine ist für das ihrem Leben und ihrer Gesundheit am besten zuträgliche Essen ausgestattet. Der Mensch würde gut daran tun, vor allem auf die Ernährung, die er am besten verdauen kann, nämlich auf Gemüse, Früchte, Samen, Nüsse und vielleicht Körner zu vertrauen.
 
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